Schäuble: "Private Daten beim Staat sicher"

Schäuble: “Private Daten beim Staat sicher” – Golem.de

Schäuble, der für Vorratsdatenspeicherung ebenso wie für die Befugnis zum Ausspionieren privater Computer und für andere Überwachungsmaßnahmen eintritt, hält dagegen staatlich erhobene und gespeicherte Daten für “sicherer als die Daten, die im privaten, nicht-öffentlichen Bereich umlaufen. Sie sind auch sicherer als in anderen europäischen Ländern”, so der Unionspolitiker.

Klar sind sie das. Gut aber, dass Herr Schäuble noch einmal betont das sein Laden Daten besser behandelt als diese dubiosen “anderen europäischen Länder“. Wie soll mich Herrn Schäubles Datenwachsamkeit denn beruhigen, wenn jeder frustrierte Mitarbeiter der US Homeland Security sowieso meinen halben Lebenslauf vom Innenminister frei Haus bekommt? Richtig. Garnichts.

Zum Glück habe ich ab heute meine Bundeseinheitliche Steuer-ID. Ich fühle mich bereits etwas Steuerehrlicher.

Star-Anwalt: Rolf Bossi plädiert für Todesstrafe

Star-Anwalt: Rolf Bossi plädiert für Todesstrafe – Deutschland – FOCUS Online

Für Täter, die unter einem „sadistisch-perversen Tötungsimpuls” leiden, die also nicht therapierbar seien, „sollten wir die Todesstrafe einführen”, sagte Bossi in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS. Ein „bloßes Einsperren” bewirke keine Einsichten bei diesen Menschen, die eine Gefahr für die Gesellschaft darstellten.

Ganz im Gegensatz zur Todesstrafe. Die bewirkt zumindest schonmal eine Einsicht, wenn nicht sogar zukünftige Besserung.

Datenklau-Gefahr: Wer hätte das gedacht …

Zitat von Spiegel Online – Telekom-Affäre alarmiert deutsche Geheimdienste:

Große Sorge bei BND und Verfassungsschutz: Die Geheimdienste fürchten, auch ausländische Spione könnten sensibles Material bei der Deutschen Telekom abgreifen. Das Vertrauen in den Bonner Konzern hat schwer gelitten.

Tja. Das hätte ja keiner Vorrausahnen können. Oder doch? Der CCC predigt schon seit Jahr und Tag “Datenberge wecken Begehrlichkeiten!”. Und wenn nun einer der Konzerne die teils staatlich verordneten Überwachungstechnologien mal gegen eigene Mitarbeiter, mal gegen Journalisten einsetzt ist dies auf einmal unfassbar weil unvorhersehbar?

Ich prophezeihe mal folgendes: In Zukunft wird sowieso jedes Bürgers Kommunikation voll erfasst. Die dank Vorratsdatenspeicherung entstandenden Daten müssen dann natürlich auch sinnvoll genutzt werden und was ist da sinnvoller oder beliebter als Hartz-IV Empfängern mal etwas zu Leibe zu rücken? Schliesslich sollen die nicht den ganzen Tag zuhause rumlungern und telefonieren, sondern sich fleißig fortbilden und bewerben. Wenn dann erstmal jede niedere Arge-MitarbeiterIn auf den Wust an Informationen zugreifen kann ist es dann immernoch unfassbar wenn diese sich, als selber nur befristet Angestellte, bei diversen Geheimdiensten, Versicherungen und Firmen ein nettes Zubrot mit dem Verkauf von ein paar zeilen Text verdient.

Die einfachste Möglichkeit soetwas zu verhindern ist das Verbot von Aufzeichnung nicht rechnungsrelevanter Daten.

Chancengleichheit

Aus Spiegel Online : “Bildung ist keine Wunderwaffe gegen Armut”:

Der umgekehrte Effekt ist sehr viel weniger signifikant: Ein schlechter oder fehlender Schulabschluss verringert zwar die Erwerbschancen, wirkt sich aber weniger nachteilig auf den Wohlstand einer Person aus, wenn diese vermögend ist oder Kapital besitzt.

Hört, Hört! Geringe Bildung wird garnicht automatisch zum finanzielles Problem. Zumindest nicht solange man bereits wohlhabend ist. Ich bin mir sicher die zugehörige Untersuchung hat viel Zeit und Geld gekostet, zum Glück ist etwas dabei herausgekommen.

Liebe Mitbürger …

er möchte uns den neuen elektronischen Reisepass zweiter Generation vorstellen.

Der Vorteil vom Fingerabdruck ist das er zwar verdammt teuer, gleichzeitig aber für halbbegabte Kriminelle mit Hausmitteln fälschbar ist.

Quasi eine Win-Win-Situation für Biometrie-Konzerne und organisiertes Verbrechen.

Aufschreibesysteme

sueddeutsche.de Zeitung und Internet Wir brauchen eine Debatte – Kultur:

Doch wenn diese gebührenfinanzierten Angebote weiter ausgebaut werden, sind die Zeitungen wirklich bedroht. Wir sind Freunde eines Qualitätsjournalismus im Fernsehen, aber Gegner quasi staatlich finanzierter Aufschreibesysteme. Gegen deren “Texte” hätten die unabhängigen Zeitungen auf Dauer keine Chance.

Das ist ja interessant. Alle Blogger und Halbjournalisten können dem Jahrzent des Qualitätsjournalismus nicht entgegentreten, aber die “Auschreibesysteme” der öffentlich-rechtlichen sind ein Problem.

Scheinbar …

Aus “Ex-Verfassungsrichter Klein über die Sicherheitsdebatte und die Schranken der Verfassung”:

Wobei mir übrigens nicht einleuchtet, dass die geplante Online-Durchsuchung nicht möglich sein soll. Das scheint mir nichts anderes als das, was bei der heimlichen Telefonüberwachung geschieht.

Der Schein trügt. Extrapolieren mag bei gewissen Sachverhalten für Juristen durchaus Sinn machen, dashier bereitet mir alledings fast schon Kopfschmerzen. Herumspionieren auf meinem Computer offenbart irgendwelchen Staatsdienern eben nicht nur momentane Kommunikation sondern potentiell Jahre von Kommunikation. Natürlich auch private Fotos, Korrespondenz mit Anwalt und Arzt, Bewerbungen und Briefe aller Art.

So könnte man sich als Ermittler dann z.B. schon heute ganz ohne Vorratsdatenspeicherung ein Bild davon verschaffen, wen ich die letzten 2 Jahre so angerufen habe. Alles was man dazu braucht sind die gespeicherten Rechnungen meines Telefonanbieters mit Einzelverbindungsnachweis.

Was mich eigentlich stört, ist das sich die Herren und Damen die soetwas beschließen in die eigene Tasche lügen und allen Ernstes behaupten privates, vertrauliches und vor allem intimes würde niemand zu Gesicht bekommen. Wenn man seinen Computer noch nie im Leben selbst bedient hat, mag einem soetwas durchaus in den Sinn kommen.

The End of Suburbia

… ist ein Film, auf der offiziellen Seite heisst es:

Since World War II North Americans have invested much of their newfound wealth in suburbia. It has promised a sense of space, affordability, family life and upward mobility. As the population of suburban sprawl has exploded in the past 50 years, so too has the suburban way of life become embedded in the American consciousness.

But as we enter the 21st century, serious questions are beginning to emerge about the sustainability of this way of life. With brutal honesty and a touch of irony, The End of Suburbia explores the American Way of Life and its prospects as the planet approaches a critical era, as global demand for fossil fuels begins to outstrip supply. World Oil Peak and the inevitable decline of fossil fuels are upon us now, some scientists and policy makers argue in this documentary.

Der Film zeigt sehr ehrlich, was dem (nordamerikanischem) Teil der Menschheit bei gleichbleibender Ölabhängigkeit droht. Ich versuche mir noch einzureden in Europa werden wir, dank weniger Suburbs, nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen werde. Aber ich fürchte das wird ein Wunschtraum bleiben ;)

Den Film(trailer) kann man sich natürlich bei Google-Video anschauen. Ich freue mich schon auf das Sequel(?) Escape From Suburbia.

Nicht angebracht

Eben Moglen im Interview bei Golem:

Es ist nicht angebracht, Menschen etwas vorzuenthalten, das man ihnen kostenlos geben kann, ohne sich selbst zu schaden. Menschen etwas Nützliches oder Schönes vorzuenthalten, weil man das Modell verfolgt, Kultur nur gegen Geld zu Verfügung zu stellen, kommt einer Institutionalisierung von Unwissenheit gleich.